Künstlerhaus Lauenburg: Muede Niltaenzer und Tueren made in Velz

20.10.2011:Ein kurzes Vergnügen, innerhalb einer knappen Stunde wurde die Vernissage zur Finissage. Aber die Künstlerinnen von m.art.a (Moving Art Adventure – Bewegende Kunstabenteuer) nahmen es mit ihrem bewegenden Humor gelassen hin, dass auf die Begrüßung gleich der Abschied folgte. Sie hatten den Platz eines ausgeschiedenen Stipendiaten eingenommen und konnten deshalb ihr Projekt im Künstlerhaus erst später starten. Statt sechs hatten sie real nur vier Monate für ihr Projekt „Mailand – Flurstück 122/0“. Vernissage und Finissage fielen für sie auf einen Tag.

 

Das Quartett hat eines der sechs beliebten Kunststipendien am Künstlerhaus bekommen. Sie gehören damit zur 25. Stipendiatengeneration, die am 20. Oktober 2011 offiziell vom  Künstlerhaus verabschiedet wurde. „Wir hätten gerne noch weitergemacht“, schwärmen die vier Künstlerinnen, denn der Prozess der Veränderung, Verrückung und Bewegung hört nie auf. In orange-farbenen Arbeitskitteln erweckten sie mit ihrem Projekt die volle Aufmerksamkeit der Lauenburger Bevölkerung. Leerstehende Geschäftsräume haben sie in phantasieanregende Denkräume verwandelt. Die Buchstaben der Worte „LADEN ZU VERMIETEN“ wurden umgestellt und sogenannte Anagramme erstellt. „Muede Niltänzer“, „Drei Velan Muetzen“ oder „Tueren made in Velz“ war in den Schaufenstern Lauenburgs zu lesen. „Wann beginnt denn der Tanzkurs?“, wurden wir zum Beispiel gefragt, erzählt die Gruppe und freut sich, die Lauenburger in Bewegung gebracht zu haben. Es wurde gesprochen, gerätselt und diskutiert.

Nach den Gruß- und Dankesworten der Vereinsvorsitzenden Ulrike Mechau-Krasemann und Dr. Ursula Schild für die „abenteuerliche Zeit“ gab Literatur-Stipendiat Robert Cohn im Rahmen der Finissage Einblick in die Projekte aller Stipendiaten. Er selbst wollte ursprünglich  seinen Emigrantinnen-Roman „Blatt, im Wasser treibend“ zu Ende bringen. Jedoch dermaßen inspiriert durch Lauenburg und die Elbe, wird es nun einen Erzählband mit Kurzgeschichten von ihm geben. Tatort: Lauenburg. Eine davon „Die Antwort weiß nur mein Fön“ gab er zum Besten und amüsierte und machte zugleich nachdenklich. Heiko Wommelsdorf imponierte den Gästen mit einer mathematischen Klanginstallation, die wie Noten angeordnet, zu betrachten war. Bei Eunyeon Yang hieß es „Malerei oder Skulptur oder Beides?“ In ihren Kunstwerken verbindet sie malerische und skulpturale Elemente. Daniel Moreira und Noriko Kawakami konnten an der Finissage nicht teilnehmen. Sie bereiteten sich auf das 25-jährige Jubiläum des Künstlerhauses vor.

Bild 1:
Bewegende Kunstabenteuer mt m.art.a:
Sabine Dittmer, Juliane Plöger, Cristine Grandt und Julia Kaergel
(von links)

Bild 2:
Gemeinsamkeiten: „Jeder von uns Stipendiaten hat einen Platz an der Elbe“, symbolisiert Literat Robert Cohn anhand der Karte.

Bild 3:
Klang und Raum sind das Gebiet von Heiko Wommelsdorf. Hier: eine Klanginstallation in Noten angeordnet.

www.kuenstlerhaus-lauenburg.de