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„Zukunftswerkstatt Schwarzenbek 2020“ weckt Teamgeist und Sehnsüchte

Anja Eggert berichtet als Teilnehmerin für unsere Zeitung

(ae) – „Generationen leben gemeinsam ihre Zukunft – natürlich, vielfältig, stark und engagiert“. So lautet die Vision, die die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt Schwarzenbek 2020 nach eineinhalb Tagen formuliert haben.

Unter professioneller Anleitung von Dr. Winfried Kösters M.A., freiberuflicher Journalist und Moderator, fanden mehr als dreißig Teilnehmer leicht einen Zugang zur Aufgabenstellung. Schnell merkten alle, wie viel Spaß es macht, eingefahrene Denkstrukturen zu verlassen und mit anderen Menschen konstruktiv zusammenzuarbeiten. Dass der Moderator unter anderem Spezialist für Demographie ist, erwies sich als äußerst hilfreich. Mit Hintergrundinformationen gab er wichtige Impulse und brachte so die Teilnehmer auf die richtige Fährte. „In 2025 wird jeder Zweite älter als 45 sein und der Anteil der über Achtzigjährigen wird sich von heute 3,9 Prozent auf 7,3 Prozent verdoppeln“, prognostiziert er. Da immer weniger Kinder geboren werden, fehlen junge Menschen, die die Wirtschaft und das soziale Leben aufrechterhalten. Das Potenzial der Zuwanderer gilt es zu nutzen und gleichzeitig junge Menschen gut auszubilden und in Schwarzenbek zu halten.

Jedes Talent wird gebraucht.

Die Herausforderung dabei: Es muss gespart werden. Höchste Zeit also, sich neu zu positionieren, umzudenken und kreative Lösungen zu suchen. Da die Stadt dies nicht über die Bürger hinweg machen wollte, wurden im Hauptausschuss die Weichen für eine Zukunftswerkstatt mit Bürgerbeteiligung gesetzt, die Björn Warmer organisierte.

Im ersten Schritt durfte geträumt werden nach dem Motto „Ich wünsch mir was“. „Dieser Schritt ist wichtig, um loszulassen und neue Wege zu beschreiten“, so der Moderator. Mit Kreativitätstechniken kamen unerwartete Ideen zum Vorschein. Wird Schwarzenbek in zehn Jahren eine eigene Hochschule haben oder eine Bürgerstiftung? In immer neuen Gruppenzusammensetzungen mit anderen „Köpfen“ wurde jedem bewusst, wie wichtig jedes Talent ist. Querdenken erwünscht, hieß es dort.

Stadtentwicklung, Zusammenleben der Generationen, Wirtschaft, Bildung sowie Natur + Umwelt sind die definierten Arbeitsfelder. Immer feiner und konkreter wurden die Träume in realisierbare Projekte für 2020 eingedampft, priorisiert und die ersten notwendigen Schritte für 2011 ganz konkret formuliert. So soll die Möllner Straße wieder eine Allee werden und ein Generationenwald an einem geeigneten Platz entstehen. Bei allen Planungen für die Stadtentwicklung muss die Nachhaltigkeit berücksichtigt werden. Das bereits angedachte Mehrgenerationenhaus soll Gestalt annehmen, Jung und Alt zusammenbringen. Hier könnte auch ein Projekt „Wissenstransfer“ gestartet werden, wo die Älteren von den Jungen lernen und umgekehrt.

„Tolle Ideen, aber was nun“?

Stadt und Moderator klären die nächsten Schritte und wollen gemeinsam mit den Bürgern die Umsetzung realisierbarer Projekte vorantreiben.

Die Zukunftswerkstatt war lediglich ein Einstieg in die Bürgerbeteiligung, aber sie hat eine Sehnsucht geweckt, mit der die Teilnehmer andere Mitbürger, Freunde, Bekannte „infizieren“ möchten. Informationen zur Zukunftswerkstatt gibt es in Kürze auf der Homepage der Stadt www.schwarzenbek.de unter der Rubrik „Rathaus und Politik“ oder bei Björn Warmer unter 04151 – 881145.

(erschienen am 31. Mai 2010 in der Lauenburgischen Landeszeitung)

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